Warum es die Chancengleichheit nicht gibt

Grundsätzlich bedeutet die Chancengleichheit (zumindest per Definition), dass egal aus welchem Teil der Gesellschaft ein Individuum kommt, es jedwede berufliche oder gesellschaftliche Position einnehmen kann, sofern es sich diese Stelle im Sinne der Leistungsgesellschaft erarbeitet hat. 

Eine zugegebenermaßen verlockende Ideologie die aber gleichzeitig Platz für Diskreditierungen und soziale Disparitäten schafft.

Denn obwohl alle den gleichen Maßstäben gegenüber stehen, bringt jeder unterschiedliche Talente und Veranlagungen mit. 
Dazu kommt, dass zwar jeder in der Schule grundsätzlich die selben Inhalte vermittelt bekommt, aber das soziale Umfeld darüber entscheidet, wie mit diesem Wissen und den erlangten Kompetenzen umgegangen wird. Denn wärend die eine Familie jährlich 2 Fernreisen genießt und im Alltag Abends zusammen beim Essen über Gott und die Welt spricht, dabei oft an die am Tage gelernten Inhalte anknüpft, müssen Eltern in anderen Familien abwechselnd in Schichtarbeit arbeiten, um die familiäre Grundsicherung  zu gewährleisten. 
Und das ist nur ein Beispiel von vielen... 
 
Wenn man sich nun überlegt, dass Studiengebüren in NRW seit der Landtagswahl wieder ein Thema sind, entfernen wir uns meiner Meinung nach noch weiter von der Chancengleichheit. 
 
Doch auch wenn wir es doch irgenwann mal  „zu etwas gebracht haben“ muss man sich fragen, ob der durch die ständige berufliche Bereitschaft  finanzierte mittelklasse-Wagen vor der 200 qm Designerwohnung am Prenzlauer Berg wirklich glücklich macht?
Denn was bedeutet ein guter Job, wenn man nicht gerade in der Chefetage von VW sitzt und sich das Geld auf Kosten der Umwelt und Belegschaft quasi von selber mehrt? Oft etliche Überstunden, lange Reisen durch zahllose Zeitzonen, die die Familienzeit zu einer seltenen Besonderheit machen,  und die ewige Bereitschaft, spontan auf Wünsche des Vorgesetzten eingehen zu können.  Am Ende des Tages zählt oft eben doch nur die erbrachte Arbeitskraft und es scheint, als dass der Mensch in den Hintergrund rückt...

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